Tarifverhandlungen 16.05.2012

Nach 20 Stunden:
Verhandlungen unterbrochen, sie sollen am kommenden Freitag (18. Mai) fortgesetzt werden. Bei den qualitativen Themen Übernahme und Leiharbeit sind erste Fortschritte erzielt worden. In wichtigen Punkten steht eine Einigung aber noch aus. Bezirksleiter Jörg Hofmann sieht weiterhin die Gefahr eines Scheiterns der Verhandlungen.

 

Nachdem die Tarifparteien der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg am frühen morgen ihre Verhandlungen für die 800.000 Beschäftigten der Branche unterbrochen haben, macht die IG Metall weiter Druck für ihre Forderungen. Bis heute Mittag (Stand 14.00 Uhr) haben sich erneut rund 19.000 Beschäftigte aus 51 Betrieben an Warnstreiks im Südwesten beteiligt.

„Wir haben in den Verhandlungen zwar Fortschritte erzielt, aber noch keine ausreichenden“, erklärte IG Metall-Verhandlungsführer Jörg Hofmann.

Da ein Scheitern der Gespräche nach wie vor nicht auszuschließen sei, sehe er daher keinen Grund, die Warnstreiks bereits einzustellen.

An den Warnstreikaktionen im Bereich der Verwaltungsstelle Heidenheim beteiligten sich heute 5.000 Menschen, davon kamen 700 zu einer Kundgebung bei Röhm in Sontheim zusammen. Die Beschäftigten weiterer Betriebe der Region waren aufgerufen, u.a. Voith, BSH Giengen, Osram, Epcos.

Weitere Kundgebungen fanden bei Georg Fischer, Singen, und Bosch und Automotive Lighting in Reutlingen statt. In Glatten fand ein Tarifrunden-Weißwurst-Frühshoppen statt, mit den Beschäftigten von Bürkle, Hetal und L’Orange.

Betriebliche Aktionen gab es unter anderem bei Trumpf Laser, Schramberg, Heckler & Koch, Mafell, Oberndorf, Wagon, Nagold, Prontor, Bad Wildbad, Kion, Reutlingen, Magura, Bad Urach, Küpper-Weiser, Bräunlingen, Daimler Sindelfingen, Bosch, Rutesheim sowie Mahle, Rottweil.

Gestern (15. Mai) sind noch weitere 10.280 Beschäftigte den Aufrufen der IG Metall gefolgt, u.a. bei einer Kundgebung in Albstadt, Daimler Untertürkheim und Zentrale sowie zahlreichen Frühschlussaktionen im ganzen Land.

Seit Ende der Friedenspflicht sind somit rund 235.000 Beschäftigte aus 988 Betrieben den Aufrufen der IG Metall gefolgt und haben sich an den Warnstreiks beteiligt.

Nachdem es in der fünften Verhandlungsrunde am 15./16. Mai in Sindelfingen zu einer ersten Annährung gekommen war, wurden die Verhandlungen unterbrochen. Zur Stunde berät die Große Tarifkommission der IG Metall Baden-Württemberg darüber, ob die Verhandlungen am kommenden Freitag, den 18. Mai, fortgesetzt werden.

Die IG Metall fordert in der aktuellen Tarifrunde 6,5 Prozent mehr Geld, die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten sowie mehr Mitbestimmung der Betriebsräte bei der Leiharbeit.

 

Quelle: IG Metall und IG Metall BaWü

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