Tarifgeschichte


Hinter jedem Erfolg, den die IG Metall in der Vergangenheit erreicht hat, stehen zähe Verhandlungen, manchmal ging es nicht ohne Streik.

1956
Die Arbeitszeit wird von 48 auf 45 Stunden verkürzt. Lohnausgleich 6,5 Prozent.

1957
Nach 16 Wochen geht in Schleswig-Holstein der Streik für die Lohnfortzahlung für kranke Arbeiter erfolgreich zu Ende.

1967
Die 40-Stunden-Woche wird eingeführt.

1968
Die IG Metall handelt ein Abkommen zum Schutz vor Rationalisierungen aus.

1970
Tarifvertrag über vermögenswirksame Leistungen.

1972
Die IG Metall sichert das 13. Monatseinkommen ab.

1973
Verdienstsicherung und Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmer. Sechs Wochen Streik für die 35-Stunden-Woche in Nordrhein-Westfalens Stahlindustrie. Kompromiss: 6 Wochen Urlaub.

1983
Letzter Schritt eines Stufenplans: Alle Arbeitnehmer haben jetzt 30 Tage Urlaub.

1984
7-wöchiger Streik in Nordwürttemberg/Nordbaden und Hessen für die 35-Stunden-Woche. In allen Tarifgebieten gibt es Tarifverträge zum Vorruhestand.

1985
Einstieg in die 35-Stunden-Woche: Die wöchentliche Arbeitszeit wird auf 38,5 Stunden verkürzt.

1987
Stufenplan zur 37-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich.

1991
Stufenplan für die Arbeitnehmer in den neuen Bundes- ländern: Bis 1994 steigen die Tarifgehälter und -löhne auf West-Niveau, bis 1996 sinkt die Arbeitszeit auf 38 Stunden.

1993
Streik in der ostdeutschen Metall- und Stahlindustrie: Die Arbeitgeber haben widerrechtlich die laufenden Tarif- verträge gekündigt. Neuer Stufenplan als Kompromiss: West-Niveau erst ab 1. Juli 1996.

1994
Erster Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung in der Metallindustrie: Kürzer arbeiten = keine Kündigung. Die Arbeitgeber verpflichten sich, Ausgebildete für 6 Monate zu übernehmen.

1995
Zwei Wochen streiken die bayerischen Metallerinnen und Metaller. Sie erreichen höhere Einkommen. Und die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich tritt zum 1. Oktober in Kraft.

1996
In großen Protestdemonstrationen erreichen die Metallarbeitnehmer, dass die 100prozentige Lohn- fortzahlung für Kranke durch Tarifverträge gesichert bleibt. Das Gesetz war verschlechtert worden.

1997
Tarifvertrag zur Altersteilzeit: Per freiwilliger Betriebs- vereinbarung können Arbeitnehmer der Metallindustrie mit 55 in Altersteilzeit gehen – mit 82 Prozent Einkommen und 95 Prozent Rentenbeitrag.

1998
Altersteilzeit auch in der Stahlindustrie. Azubis im Stahl und Teilen der Metallindustrie werden 12 statt 6 Monate übernommen. Metallindustrie Niedersachsen: Arbeit- nehmer bekommen steuerfreie Prämien, wenn sie zu Gunsten neuer Jobs die Arbeitszeit verkürzen.

1999
Ende der Bescheidenheit“: Es gibt kräftig mehr Geld. Die Einkommen in ostdeutscher Textilreinigung und -industrie werden weiter an das West-Niveau angeglichen. In der Textil- und Bekleidungsindustrie wird bei Krankheit wieder der volle Lohn gezahlt. Tarifvertrag für die 7000 Adecco-Zeitarbeiter auf der Expo 2000 in Hannover.

2000
Tarifvertrag Beschäftigungsbrücke bei Metall, Textil/Bekleidung und Holz/Kunststoff: Wer 57 ist, hat einen Anspruch auf Altersteilzeit; Azubis weden für zwölf Monate übernommen. Die ostdeutschen Metall- beschäftigten erhalten erstmals vermögenswirksame Leistungen.

 

Gesicherte Leistungen

Gesetz Tarifvertrag (NRW)
Höchstarbeitszeit 48 Stunden, bis zu 60 Stunden möglich 35-Stunden-Woche als Regelarbeitszeit
4 Wochen Urlaub 6 Wochen Urlaub
kein zusätzliches Urlaubsgeld 50 Prozent Urlaubsgeld
kein Weihnachtsgeld 55 Prozent Weihnachtsgeld

Comments are closed.