Nullmonate und knapper Inflationsausgleich

Neuss: In der zweiten Tarifverhandlung für die 700.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen haben die Arbeitgeber heute in Neuss ihr Angebot vorgelegt. Sie erwarten, dass die Beschäftigten für Mai und Juni 2013 auf jegliche Einkommenssteigerung verzichten. Erst ab Juli soll es – dann für 11 Monate – um 2,3 Prozent höhere Einkommen geben. Real würden die Einkommen – gerechnet auf 12 Monate – nur um 1,9 Prozent steigen, weniger als die Inflationsrate.

Knut Giesler, IG Metall Bezirksleiter NRW: „Mit ihrem provozierenden Angebot unterlaufen die Arbeitgeber jede Messlatte für faire Tarifsteigerungen. Die wirtschaftlichen Aussichten drehen immer mehr auf Wachstum. Aber Wachstum erfordert gerade jetzt in Deutschland den Impuls ordentlicher Einkommenssteigerungen. Doch für die Beschäftigten soll kaum der Inflationsausgleich drin sein. Dabei läuft es in fast 80 Prozent der Betriebe stabil bis sehr gut. Mit diesem Angebot provozieren die Arbeitgeber Warnstreiks.“

Giesler: „Ein solches Einfrieren der Reallöhne wäre Gift für das Wachstum unserer Wirtschaft; in Deutschland und in Europa.“

Unsere aktuelle Befragung unter den Betriebsräten der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen bestätigt die zunehmend positive wirtschaftliche Entwicklung. Während im Dezember 2012 etwa 70 Prozent der Betriebsräte von befriedigender bis sehr guter Auftragslage berichtete, waren es im April 2013 bereits 78 Prozent. Der Anteil der Betriebe mit stabiler und verbesserter Beschäftigung stieg in dieser Zeit von 67 auf 79 Prozent.

Die Mitglieder der Tarifkommission für die Metall- und Elektroindustrie in NRW werden am Mittwoch, den 24. April 2013 ab 10.00 Uhrin Schwerte das Angebot
der Arbeitgeber bewerten. Sie werden über die möglichen Warnstreiks ab Anfang Mai entscheiden.

Unsere Forderung: Plus 5,5 Prozent für 12 Monate

 

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Quelle: Bezirk NRW

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