Mehr Geld für Leiharbeiter im Industriepark Köln

Sie montieren für den Automobilhersteller Ford Fahrzeugkomponenten – im Industriepark Köln. Beschäftigt sind sie in typischen metallindustriellen Montagefirmen, die sich selbst als „Dienstleister“ für Ford bezeichnen. So wollen diese sich juristisch um die Branchenzuschläge drücken – trotz geltender Tarifverträge. Die IG Metall hat dagegen geklagt und Recht bekommen.
Das Gericht folgte der Argumentation der IG Metall, dass es sich bei den Firmen nicht um Dienstleistungsunternehmen sondern um Industriebetriebe handele. Daher seien die in der Metall-und Elektroindustrie vereinbarten tariflichen Branchenzuschläge zu zahlen, die laut geltenden Tarifvertrag in allen metallindustriellen Betrieben gezahlt werden müssen.

Auch in drei weiteren Firmen des Industrieparks streitet die IG Metall vor Gericht für Branchenzuschläge für die Leiharbeiter. Und auch wenn in diesen Verfahren die Entscheidungen noch ausstehen, die IG Metall sieht das Urteil des Arbeitsgerichts Köln als einen ersten Schritt in die richtige Richtung. „Das jetzige Urteil sichert endlich auch den Leiharbeitnehmern im Industriepark einen fairen Lohn“, sagt Witich Rossmann von der IG Metall Köln. Denn das Urteil bestätigt: Die Leihbeschäftigten haben ein Recht auf die tariflichen Branchenzuschläge.

Erste Instanz
Die Branchenzuschläge hatte die IG Metall 2012 in einem Tarifvertrag mit den beiden Arbeitgeberverbänden der Zeitarbeit BAP und IGZ für alle Betriebe der Metall- und Elektroindustrie vereinbart. Dass dieser Tarifvertrag in den Industriebetrieben des Industrieparks Köln gilt, ist nach Meinung der IG Metall klar. Denn in der Praxis werden dort Fahrzeugkomponenten für den Automobilhersteller Ford montiert. Die dort eingesetzten Leiharbeiter haben sich an die IG Metall in Köln gewandt und gegen ihre Einsatzfirmen geklagt. Das Arbeitsgericht Köln hat ihnen am 1. Oktober 2013 in der ersten Instanz Recht gegeben.

Bis zu 50 Prozent mehr
In den verschiedenen Firmen des Industrieparks Köln arbeiten über 1 240 Beschäftigte. In einigen dieser Firmen sind zehn bis 25 Prozent Leiharbeiter. Ihnen stehen seit dem 1. November 2012 tarifliche Branchenzuschläge von bis zu 50 Prozent zu – wenn sie länger als neun Monate dort eingesetzt waren. In Euro und Cent bedeutet das: Der Stundenlohn eines angelernten Montagearbeiters von 8,74 Euro erhöht sich durch den Branchenzuschlag um 4,37 Euro auf 13,11 Euro. Im Monat sind das etwa 660 Euro brutto mehr.

 

Quelle: IG Metall

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